Das Basisfahrzeug - am Anfang steht das Chassis

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Ich begann also zunächst mit den Schadstellen im hinteren Bereich. Zunächst wurde die komplette Hinterachse mit Blattfedern ausgebaut. Damit war dieser Bereich nun für Winkelschleifer und Bohrmaschine zugänglich. Aber dahinter befand sich ja noch der Aufbau.

Für größeres Bild bitte klicken!Im nächsten Schritt wurde das Wohnmobil fast komplett ausgeräumt. Und damit sind nicht nur die Polster, Gardinen, Schlafsäcke und Kochtöpfe gemeint. Man glaubt gar nicht, was im Laufe der Jahre so alles zur Grundausrüstung gehört. Um von innen an die Radkästen zu gelangen mussten neben der hinteren Sitzgruppe auch der Kleiderschrank (mit Heizung), die Küchenzeile und der halbe Waschraum ausgebaut werden. Dies war zunächst nur reine Schraubarbeit. Zum Ausbau des Kleiderschranks musste ich das Dach von innen mit einer Baustütze leicht anheben.

Für größeres Bild bitte klicken!Problematischer war da schon der Waschraum. Er ist bei dem Hobby von innen mit Kunststoffplatten verkleidet und wie ich erst später bemerkte, wurde er im Werk komplett vormontiert und dann als Einheit vor der Montage von Dach oder Wand eingesetzt. Nachdem ich auch noch einen Teil der hinteren Hängeschränke demontiert hatte, wobei einige Schrauben nur mit der dritten Hand und dem Giraffenhals zugänglich waren, musste für die Demontage der Duschwand etwas Gewalt angewandt werden. Die Schrauben hingen in einer Sperrholzverkleidung und waren nicht zugänglich!

Letztendlich waren die Radkästen von innen sichtbar. Und wieder eine Überraschung: Auch hier Roststellen (im Bereich der Stoßdämpfer)! Zum Glück war aber noch kein Wasser eingedrungen. Der Fußboden war trocken.

Ich bekam den Kleiderschrank und die Küchenzeile so nicht durch die Türen des Wohnmobils und wollte sie auch nicht weiter demontieren, da die Keller eh schon mit Wohnmobilteilen voll waren. So wurde die vordere Sitzgruppe als Lagerplatz genutzt. Um mich im Fahrzeug bewegen zu können, baute ich noch die vorderen Sitze samt Konsolen und Teppich aus.

Im nächsten Arbeitsschritt habe ich mit einer Heißluftpistole und einem Stecheisen die ca. 20mm breite Dichtmasse zwischen Fußboden und Radkasten entfernt. Und immer wieder kam ich dabei ins Freie. Jetzt begann die Zeit der schlaflosen Nächte und der Träume von Löchern. Wie soll ich das bloß wieder zukriegen?

Für größeres Bild bitte klicken!Zunächst galt es, alle Schadstellen großflächig von Rost und Unterbodenschutz zu befreien. Mit Winkelschleifer, Topfbürste, Stecheisen und Heißluftpistole ging es ans Werk. Diese Arbeit musste besonders gründlich ausgeführt werden, damit eine gute Grundlage für die Schweißarbeiten gelegt wurde. Es ist wichtig, dass die Reparaturbleche mit gesundem Blech verschweißt werden und dass die Umgebung der zukünftigen Schweißstellen absolut blank sind. Über die Art der Reparaturbleche musste immer im Einzelfall entschieden werden. Für einen Teil der Schadstellen konnte ich verzinkte Winkeleisen verwenden (im Bereich der Schweißstellen musste es blank geschliffen werden). Andere Bleche habe ich aus einer Tafel Karosserieblech zurecht geschnitten. Von meinem größten Glück muss ich aber an dieser Stelle berichten:

Vor einem Jahr hatte ich über das große Internet- Versteigerungshaus einen Ducato- Kastenwagen Bj. 91 erworben. Diesen hatte ich damals ausgeschlachtet. Motor und Getriebe laufen seit dem sehr zufrieden stellend in unserem Wohnmobil. Die anderen Teile habe ich zum Glück eingelagert. Dazu gehören auch die beiden Seitenteile des Vorderwagens. Und aus diesen wurden nun etliche Bleche herausgetrennt und in den Hobby 600 verpflanzt.

Für größeres Bild bitte klicken!Aber nun zurück zur Reparatur. Die Bleche wurden zurechtgeschnitten und angepasst. Bei größeren Reparaturstellen oder tragenden Teilen habe ich in Bereichen des gesunden Bleches 6mm Löcher in die Reparaturbleche gebohrt. Hier wurden zusätzlich zu den Schweißpunkten an den Kanten Verschweißungen mit dem gesunden Blech vorgenommen. Das Schweißen im hinteren Bereich erforderte besondere Sicherungsmaßnahmen. Das Wasserschlauch und Feuerlöscher bereit standen versteht sich ja schon von selbst. Zusätzlich habe ich den Boden des Wohnmobils mit Blechplatten ausgelegt. Wichtig war ein Helfer im Innenraum, der während der Schweißarbeit, die ich zum größten Teil von außen durchführte, von innen einen Blechstreifen zwischen Schweißstelle und Holzfußboden hielt und mit einem feuchten Lappen schon mal für Kühlung sorgte.

Selbstverständlich wurde mit Schutzgas geschweißt und nach fast jedem Schweißpunkt hieß es wieder abkühlen lassen. Das Ganze war natürlich sehr zeitaufwendig, aber letztendlich wurden die Schweißarbeiten erledigt, ohne das Wohnmobil abzufackeln. Und das war schließlich das Wichtigste.

Kommentare  

#5 RE: REP | Schweißarbeiten und Großreparatur am UnterbodenLollo_C 2015-08-29 16:41
zitiere peer jepsen:
...kann man diesen Querträger kaufen...???

Hallo Peer,
Nein, den Träger musst Du Dir selber anfertigen.
#4 Großreparaturpeer jepsen 2015-08-29 16:15
Hallo und Vielen vielen Dank för die schöne beschribung, da wo du beim ersten Foto, geschrieben hast .... Durchrostungen im Bereich des Trägers und an dem hinteren Querträger ...da ist mein Querträger ganz weg, kann man diesen Querträger kaufen...???

Mfg.. Peer aus Dänemark.
#3 Schweißarbeiten und Großreparatur am UnterbodenManfred D. 2015-03-04 18:19
Hallo Wilfried, :-)

auch wenn Dein Bericht auch schon etwas älter ist - ich habe ihn erst heute beim Stöbern gefunden - gebührt Dir an dieser Stelle meine größte Hochachtung. Toll was Du alles kannst!! :-* Du bist nicht nur ein ausgezeichneter "Elektriker" sondern auch noch ein erstklassischer "Automechaniker ", nicht zu vergessen, Deine schrifstelleris chen und dokumentarische n Fähigkeiten.

So, genug des Lobes, aber das musste einmal gesagt werden. :D

Manfred
#2 Danke für den HinweisWilfried Leske 2007-10-16 16:49
Hallo Heike,
ich habe Deinen Hinweis umgesetzt. Wenn Du auf die Bilder klickst, werden sie größer. Die genau Beschreibung findest Du im Text.
+1 #1 RE: REP | Schweißarbeiten und Großreparatur am UnterbodenHeike 2007-10-12 21:06
Hallo, unglaublich was Du da geleistet hast, Respekt. Schön wäre es wenn Du bei den Bildern einen kleinen Kommentar anbringst, was genau zu sehen ist. Manchmal erkennt man das kaum. Viel Spass weieterhin mit Deinem Hobby!
Heike

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