Das Basisfahrzeug - am Anfang steht das Chassis

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Bei einer Inspektion an unserem Hobby 600 bemerkte ich das die Federn der Vorderachse an den Auflageflächen platt gedrückt waren. Nach ca. 340.000 km kann das wohl als Verschleiß bezeichnet werden. Da ich noch Federbeine aus einem Schlachtfahrzeug mit etwas über 100.00 km-Laufleistung liegen hatte, war ein Wechsel angesagt. Diese sollten vor dem Einbau aber noch überholt werden, zumal die Schutzkappe der Stoßdämpfer gerissen war.

Die erste Herausforderung bestand in der Beschaffung eines geeigneten Federspanners. Dazu waren mir ein paar Angaben zur Feder aus dem Werkstatthandbuch hilfreich:

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Ducato 10-14 (Benzin) Ducato 10-14 (Diesel) Ducato 18 (Diesel)
Federdurchmesser 180 mm 180 mm 180 mm
Drahtdurchmesser 16 mm 16,8 mm 17,6 mm
Freie Höhe der Feder 390 mm 383 mm 373 mm
Mindestlast, bezogen auf eine Höhe von 235 mm 550 ± 22 daN 630 ± 25 daN 726 daN

Für größeres Bild bitte klicken!So entschied ich mich für den Kauf eines Federspanner "PROFI" bis 1500 kg zum Preis von 38,90 €. Die zulässige Belastung beträgt 1500 kg pro Stück bei einem Spannweg von bis zu 280 mm. Dieses Werkzeug erschien mir ein guter Kompromiss in Bezug auf Preis, Leistung und vor allem Sicherheit. Im Gegensatz zu „billigen“ Federspanner sind beide Spannarme mit einem Bügel verbunden und so gegen abrutschen gesichert.

Für größeres Bild bitte klicken!Ich spannte das ausgebaute Federbein zunächst waagerecht in einen Schraubstock und setzte den Federspanner an. Dabei ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass die Federwindungen sicher umfasst werden und der Federspanner nicht abrutschen kann. Dann können die beiden Spannarme abwechseln angezogen werden, bis zu Feder locker im Federbein sitzt. Hierfür eignet sich ein 24er Hohlsteckschlüssel am besten.

Hinweis: Wenn man - wie ich - den Spanner für die Demontage einer weiteren Feder entfernen muss, sollte man sich die Position der Spannvorrichtung auf der Feder merken, damit man den Spanner später genauso wieder ansetzen kann.

Für größeres Bild bitte klicken!Nun muss die Stoßdämpfermutter gelöst werden. (Auf keinen Fall Stoßdämpfer lösen, wenn die Feder nicht ordnungsgemäß gespannt ist!) Dazu ist der Stoßdämpferschaft mit einem Maulschüssel SW9 festzuhalten. Da die „normalen“ Maulschlüssel schnell durchrutschten fertigte ich aus einem alten 32er Schlüssel ein breites Spezialwerkzeug. Damit ließ sich der Stoßdämpferschaft sicher fixieren, während die Mutter gelöst wurde. Domlager und Anschlussstück der Feder wurden nun abgenommen.

Für größeres Bild bitte klicken!Jetzt kann die Feder entfernt werden. Um den Federspanner für das nächste Federbein frei zu bekommen, legte ich die Feder in einen Arbeitsbock. Sicherheitshalber fixierte ich die Feder mit einem Flacheisen und 2 Schnellspannzwingen an der Arbeitsplatte. So konnte der Spanner gleichmäßig entlastet werden.

Für größeres Bild bitte klicken!Im nächsten Arbeitsschritt überprüfte ich die Stoßdämpfer. Nachdem sie für gut befunden wurden, entrostete ich das Gehäuse mittels Drahtbürste. Ebenso wurden die Federn entrostet. Stoßdämpfer und Federn wurden nach einer gründlichen Entfettung zweimal mit schwarzem POR 15 Rostverhütungslack gestrichen. Mit diesem Lack habe ich bei meiner Großreparatur gute Erfahrungen gemacht.

Für größeres Bild bitte klicken!Bei Axel Augustin hatte ich mir neue Gummimanschetten für die Stoßdämpfer bestellt. Die Domlager waren noch in Ordnung. Sie wurden nur gereinigt und neu gefettet. Bei der Montage ist auf die richtige Position von Unterlegscheibe und Gummiring zu achten.

Für größeres Bild bitte klicken!Nachdem alle Einzelteile überholt sind, kann die Montage des Federbeins beginnen. Dazu wird der Federspanner zunächst in der gemerkten Position an der Feder angesetzt. Die Feder wird gleichmäßig gespannt, bis sie entsprechend kurz ist.

Für die Montage habe ich den Stoßdämpfer senkrecht in einen Schraubstock gespannt und von Hand ganz rausgezogen. Dann die gespannte Feder und die Einzelteile des Domlagers in der richtigen Reihenfolge aufsetzen. Nun kann die Stoßdämpfermutter aufgesetzt und mit 70 Nm angezogen werden. Dabei ist der Stoßdämpferschaft wieder mit dem Spezialschlüssel zu kontern.

Für größeres Bild bitte klicken!Anschließend die Feder langsam entspannen und dabei darauf achten, dass die Federenden im Federteller zentriert sind und in den Führungen anliegen. Nun ist das Federbein wieder komplett und kann am Fahrzeug ausgetauscht werden.

10 DSCF3160Aus- und Einbau des Federbeins sind relativ unproblematisch. Zunächst wird das Fahrzeug vorne aufgebockt und die Räder entfernt. Das Federbein ist mit 4 Schrauben SW22 an der Vorderachse entfernt. An 2 Schrauben ist der Lenkhebel befestigt. Diese Schrauben müssen entfernt werden und Lenkhebel und Radnabe werden zur Seite gedrückt. Im Führerhaus muss unter dem Armaturenbrett der Teppich mit der Isolierung entfernt werden. Nun sind ist die obere Befestigung sichtbar. Es sind 3 Muttern SW13, die nun gelöst werden. Dabei das Federbein von unten gegen halten, damit es nicht unkontrolliert herunterfällt. Das Federbein kann nun nach unten herausgenommen werden.

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Der Einbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Die unteren Schrauben werden mit 125 Nm und die Muttern oben mit 70 Nm angezogen.

Abschließend möchte ich bemerken, dass die Wahl des richtigen Federspanners meine größte Sorge war. Im Nachhinein war das von mir beschaffte Werkzeug für diese Reparatur vollkommen ausreichend. Natürlich gibt es bessere Werkzeuge. Die Kosten aber entsprechend und wie oft braucht man sie als Privatmann? Zum Schluss noch ein Tipp für die Großväter: Mit den alten Federn kann man wunderbar eine Federwippe für die Enkeltochter bauen.

Kommentare  

#2 RE: REP | Federbeine vorne überholenderbaer21 2015-01-16 21:11
Moin Wilfried,
danke für Deinen Bericht. Wieder mal sehr anschaulich. Ich habe noch aus früheren Tagen einen 3er Satz Federspanner liegen, allerdings ohne Verbindungsbüge l.
Gehen die Federnwippen auch für Enkelsöhne? 8) #
Viele Grüße Dirk
#1 RE: REP | Federbeine vorne überholenalter_hollaender 2015-01-14 10:50
Hallo Wilfried,

schöne Dokumentation. Diese Arbeit habe ich mir auch gemacht. Bei mit (Ducato 290) war an einer Schraube der obere Verschraubung ein Massekabel. Das hatte ich beim Ausbau nicht bemerkt. Als ich dann später bemerkte, dass ein Rück-/Brems-/Bl inker ohne Funktion war, habe ich das Kabel gefunden und wieder festgeschraubt.

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