Das Basisfahrzeug - am Anfang steht das Chassis

Update: Isolierung der luftführenden Rohre ergänzt |Für größeres Bild bitte klicken! Das ursprüngliche Ziel der hier geschilderten Maßnahmen bestand darin, das Drehmoment des Motors etwas anzuheben. Neben einer verbesserten Luftzufuhr wurden dabei auch einige Umbauten vorgenommen, um die Temperatur der angesaugten Luft zu verringern. Es ist ja bekannt, je geringer die Temperatur der Luft, umso größer ist die Luftmasse, die in die Zylinder eines Motors gelangt. Neben einer besseren Kühlung des Verbrennungsraumes, ergibt sich dadurch auch eine Leistungserhöhung.  Die Reduzierung des Verbrennungsgeräusches und rein geringerer Kraftstoffverbrauch sind im Verlaufe der Arbeiten als positiver Effekt mit eingetreten.

Ich habe diese Arbeiten in meiner Werkstatt innerhalb der letzten Jahre an insgesamt vier Motoren - darunter 2 Ducatos - vorgenommen, immer mit positivem Ergebnis. Im Folgenden werde ich die einzelnen Schritte, die bei den Umbauarbeiten vorgenommen wurden, näher beschreiben. Am Ende des Beitrags kann dieser Text zusammen mit weiteren Fotos als pdf- Dokument heruntergeladen werden.

Umbau der Luftansaugöffnung

Für größeres Bild bitte klicken!Die Luftansaugöffnung beim Ducato 230 befindet sich - wie auch bei den älteren 280er- und 290er- Modellen - im oberen Frontträger. Rechts und links der Luftansaugöffnung im Frontträger, befinden sich Öffnungen, die in den Motorraum zeigen. Damit saugt der Motor bereits hier zum Teil warme Luft an. Bei sommerlichen Temperaturen ist die Luft im Motorraum locker 50-60° C heiß.

Ich habe die Luftansaugöffnung so verlegt, dass sie nach vorn zeigt. Sie befindet sich nun hinter der Frontblende über dem vorderen Stoßfänger. Dazu wurde die Fronttraverse vorn auf gesägt und um gebördelt. Damit die Luft gut anströmen kann, wurde die Frontblende etwa 3-4  mm nach oben versetzt und an der Unterseite im Bereich der neuen Ansaugöffnung etwas um gebördelt.

Für größeres Bild bitte klicken!Unterhalb der neuen Ansaugöffnung ist ein auf genieteter Blechsteifen zu montiert. Darunter befindet sich ein ca. 5 mm breiter Spalt. Das Blech dient der Luftführung. Der Spalt fungiert als Abscheider für Fremdkörper in der Ansaugluft. Wie sich im nach hinein herausstellte, klappt das auch ganz hervorragend, so dass kein grober Staub oder Wasser in das Luftfilter kommt. Im Luftfilter hatte ich unten 2 kleine Löcher gebohrt, um eventuell eindringendes Wasser abfließen zu lassen. Vorsichtshalber hatte ich auch das Papierfilter gegen ein Baumwollfilter von K&N ausgetauscht. Aber wie schon gesagt, klappt die Vorfilterung so gut, dass das nicht notwendig war.

Die obere Öffnung in der Fronttraverse habe ich an die Form der Lufttülle des Ansaugrohres angepasst. Die bisherige Luftführung seitlich rechts und links in der Fronttraverse wurde  mit zwei kleinen Blechen verschlossen.

Einbau von Hitzeschilden…

Für größeres Bild bitte klicken!….zwischen Motor und Ansaugkrümmer bzw. Ansaugkrümmer und Abgaskrümmer.

Der Ansaugkrümmer befindet sich hinter dem Motor und bekommt somit voll die Motorwärme ab. Gleichzeitig gehen wechselweise die Ansaug- und Abgaskanäle hinten in den Zylinderkopf. Hier wird die Ansaugluft noch einmal richtig aufgeheizt, bevor sie in die Zylinder gelangt. Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Temperaturübergang verringern kann bin dann auf die Idee mit den Hitzeschilden gekommen. Der Umbau ist recht einfach und kann eigentlich von jedem, der eine Blechschere bedienen kann, vorgenommen werden. Den Effekt spürt man sofort. Beim Fahren hängt der Motor einfach besser am Gas.

Isolation aller luftführenden Rohre

Für größeres Bild bitte klicken!Da wir im Motorraum doch recht ordentliche Temperaturen haben werden mit der Zeit von der Motorwärme, bzw. der Luft hinter dem Kühler alle luftführenden Leitungen und Gehäuse erwärmt. Damit der Wärmeübergang zur Ansaugluft bzw. Ladeluft möglichst gering bleibt, wurden  alle Teile isoliert. Das Luftfiltergehäuse wurde gleichfalls in Richtung Motor und Getriebe gegen die Wärmestrahlung abgeschirmt/ isoliert.

Die Umsetzung dieser Maßnahme habe ich wie folgt realisiert. Als Isoliermaterial kam alukaschiertes, 2mm starkes Styropor zum Einsatz. Das war ein Rest Material, das beim Für größeres Bild bitte klicken!Verlegen von Fußbodenplatten übrig geblieben war. Ich hatte das aus dem Baumarkt und fand das besonders geeignet, da auf der Rückseite des Materials ein 1cm Raster aufgedruckt ist. Damit kann man leicht jede beliebige Form aufzeichnen und ausschneiden. Besonders beim Isolieren der Rohrbögen, wo man Stück für Stück anpassen muss, ist das eine große Hilfe. Über das Isoliermaterial wurde dann noch schön überlappend ein Aluklebeband darüber geklebt. Das schützt das doch etwas empfindliche Styropor recht gut vor Umwelteinflüssen. Und natürlich vor dem aufbringen der Isolation werden alle betreffenden Bauteile gründlich gereinigt. Auf den Bildern der Reihe nach dargestellt. Nach ein klein wenig Übung am Anfang geht es dann doch ganz gut voran. Das Luftfiltergehäuse habe ich direkt mit dem Aluklebeband beklebt. Dadurch wird die Wärmestrahlung ganz gut zurückreflektiert.

Abschirmen des Ladeluftrohres

Für größeres Bild bitte klicken!Für begabte Bastler besteht auch noch die Möglichkeit das Ladeluftrohr, das vom Turbolader hoch kommt gegen den Abgaskrümmer bzw. gegen das Thermostatgehäuse abzuschirmen. Im Bild ist das Rohr noch in Verbindung mit dem Turbolader und dem Abgaskrümmer dargestellt. Das Ladeluftrohr kann man natürlich einzeln ausbauen. Im unteren Bereich habe ich kleine Hitzeschilde aus Blech angefertigt und montiert. Im oberen Bereich, wo das Ladeluftrohr über das Thermostatgehäuse geht, wurde ein Stück passendes Kopexrohr über das Rohr geschoben.

Verbessern der Wirkung des Ladeluftkühlers

BFür größeres Bild bitte klicken!ei Fahrzeugen, die einen Ladeluftkühler haben sollte dieser auch ein wenig Aufmerksamkeit bekommen. Serienmäßig liegt der Ladeluftkühler beim 230er Ducato zu einem großen Teil abgedeckt hinter der Stoßstange. Die vorhandenen Öffnungen im Stoßfänger wurden  vor allem auf der Unterseite etwas ausgesägt. Wenn man vor dem Fahrzeug steht fällt das gar nicht auf. Ein Steg vor dem Ladeluftkühler wurde schmaler gemacht.

Unten habe ich im Bereich des Ladeluftkühlers auch ein wenig Platz hinter der Stoßstange geschaffen. Dort lag der Stoßfänger fast direkt an, so dass gar keine Luft vorbei konnte. Weiterhin wurden in den Stoßfänger 2 Öffnungen für Tagfahrleuchten so gesägt, dass auch an den Leuchten vorbei etwas Luft zum Ladeluftkühler gelangt. Und zuletzt bekam der Ladeluftkühler noch eine Hutze zum Sammeln der Luft.

Schlussbetrachtung

So, das waren im Wesentlichen alle die Maßnahmen, die ich zur Temperaturabsenkung der Ansaugluft vorgenommen habe. Das ist sicher eine Menge Arbeit aber bringt auch richtig was. Neben einer Lärmreduzierung verringert sich auch der Kraftstoffverbrauch etwas bzw. man kann sich über ein paar PS mehr freuen. Ich habe mir das so an den langen Winterabenden ausgedacht und mit Vorfreude auf die kommende Saison schrittweise umgesetzt. Für Fragen, weitere Erläuterungen oder Hilfestellungen dazu bin ich gern bereit und wünsche allen Enthusiasten viel Erfolg bei der Arbeit.

Und natürlich möchte ich noch einmal auf den hier im Forum schon genannten Punkt des Zumischens von 2-Takt Öls aufmerksam machen. Ein Mischungsverhältnis von 1:200 – 1:250 reicht aus.

Das Hauptziel meiner Arbeiten war aber eine gewisse Leistungssteigerung des Motors bzw. Reduzierung des Turbolochs. Durch ein paar weitere Veränderungen wurde der Luftdurchsatz durch den Motor und vor allem das Ansprechen bei niedriger Drehzahl verbessert.  Der Motor fährt sich nach dem Umbau schön sparsam und kraftvoll. Bei meiner Reisegeschwindigkeit von ca. 90 km/h läuft der Duc noch gut im Teillastbereich und überwindet kleinere Steigungen locker im 5. Gang. Die Belohnung für die Arbeiten bemerkt man während der Fahrt. Bei Tempo 90 ist nach 500 km der 80l-Tank erst halb leer (siehe Bild ganz oben).

Bei Interesse kann ich im Herbst, vor der nächsten Bastelsaison, dazu einige Ausführungen machen. Das bezieht sich vor allem auf diejenigen unter uns, die einen Turbodiesel fahren und sich über das Turboloch und den schlechten Durchzug des Motors ärgern.

Bis dahin: Viele Grüße und gutes Gelingen! Wilfred

Dateien:
Maßnahmen zur Drehmomenterhöhung

(29 Stimmen)

Beschreibung unseres User Wilfred über seine Maßnahmen zur Drehmomenterhöhung am seinem Hobby 600 mit 2,5 l TD- Motor.Als Nebeneffekt wurde die Geräuschentwicklung gedämpft und der Kraftstoffverbrauch gesenkt.

Zusätzlich zum Bericht auf der Webseite beinhaltet diese Beschreibung weitere Fotos.

Update 03.02.2015: Isolierung der luftführenden Rohre ergänzt




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24.01.2015 09:28:40
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Kommentare  

#9 RE: TIP | Massnahmen zur Drehmomenterhöh ung und GeräuschdämmungWilfred 2015-02-23 09:38
zitiere Wilfred:
zitiere derbaer21:
Moin Wilfred,
danke für den Beitrag. Für mich stellt sich die Frage, in wie weit sich das beim 2,5 TD mit 92 PS der alten Generation umsetzen lässt, da ja doch Unterschiede da sind.
Viele Grüße Dirk


Hallo Dirk,
ich habe da wohl schon jemanden, der das an diesem Motor umgesetzt hat. Das checke ich noch genauer und melde mich dann.
Viele Grüsse!
Wilfred



Hallo Dirk,

wie versprochen melde ich mich noch einmal zu Deiner Frage.
Im Ducatoforum habe ich einen Bekannten, der den gleichen Motor fährt, wie in Deinem Fahrzeug. Sein Name ist Uwe und er hat dort im Forum den Namen Ormoduc. Mit Ihm hatte ich wiederholt einige Probleme besprochen. Und er hat an seinem Fahrzeug auch einige Verbesserungen vorgenommen. Dazu möchte ich Dir mal zwei Thread‘s aufzeigen.

ducatoforum-wohnmobile.de/.../ ...

ducatoforum-wohnmobile.de/.../ ...

Im zweiten Thread sind eine Vielzahl von Arbeiten ausführlich beschrieben.

Weitere Fragen beantworte ich Dir gern. Vielleicht können wir uns auch beim Hobbytreffen über eventuelle Probleme unterhalten.

Viele Grüße!

Wilfred


Edit: Bitte hier keine E-Mailadressen - und schon gar nicht von Dritten - öffentlich posten!
#8 RE: TIP | Massnahmen zur Drehmomenterhöh ung und GeräuschdämmungWilfred 2015-02-19 19:10
zitiere derbaer21:
Moin Wilfred,
danke für den Beitrag. Für mich stellt sich die Frage, in wie weit sich das beim 2,5 TD mit 92 PS der alten Generation umsetzen lässt, da ja doch Unterschiede da sind.
Viele Grüße Dirk


Hallo Dirk,
ich habe da wohl schon jemanden, der das an diesem Motor umgesetzt hat. Das checke ich noch genauer und melde mich dann.
Viele Grüsse!
Wilfred
#7 RE: TIP | Massnahmen zur Drehmomenterhöh ung und Geräuschdämmungderbaer21 2015-01-31 19:06
Moin Wilfred,
danke für den Beitrag. Für mich stellt sich die Frage, in wie weit sich das beim 2,5 TD mit 92 PS der alten Generation umsetzen lässt, da ja doch Unterschiede da sind.
Viele Grüße Dirk
#6 RE: TIP | Massnahmen zur Drehmomenterhöh ung und GeräuschdämmungPHKHein 2015-01-28 07:10
Super Sache.
#5 Mega-Super AnleitungEwälder 2015-01-24 23:32
Hallo Wilfred
kann mich nur den Ausführungen von Wilfried anschliessen. Eine Super Anleitung die ich bestimmt einmal ausführen werde. Habe keinen Turbo, aber bestimmt bringt es auch etwas beim gemeinen "Sauger".
Vielen Dank dafür.
#4 Schöne AnleitungDJ Andy 2015-01-24 11:48
Hallo Wilfred,
deine Anleitung ist hoch interesant und wird bei mir im nächsten Herbst umgesetzt. Danke
#3 RE: TIP | Massnahmen zur Drehmomenterhöh ung und GeräuschdämmungBuddymobil 2015-01-24 10:46
Hallo Wilfred,

sehr schöne Anleitung, die ich im Frühjahr auf jeden Fall noch mal auffassen und auch einbauen werde.
Bei fragen werde ich auf dich zukommen.

Gruß Wolfgang
#2 Super aufgearbeitetWilfred 2015-01-24 10:40
Hallo Wilfried,

das hast Du ja super aufgearbeitet. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das so nicht erwartet habe. Also vielen Dank!! Wenn es einigen Hobbyfreunden als Anleitung oder Anregung dienen kann, dann bin ich schon sehr zufrieden. Und ja, ich habe da sicher auch noch einiges beizutragen. Davon lebt ja auch so ein Forum. Also dann bis zum nächsten Mal und viele Grüße an alle Hobby-600 Begeisterten.

Wilfred
#1 Super AnleitungLollo_C 2015-01-24 08:38
Hallo Wilfred,
wer sich etwas mit Motoren beschäftigt weiß, dass es nicht eine große, sondern viele kleine Schrauben sind, an denen man drehen muss um etwas zu optimieren.

Ich habe in Deinem Bericht den Eindruck gewonnen, dass Du weißt, über was Du redest (bzw. schreibst). Vielen Dank, dass wir an Deinen Überlegungen teilhaben durften und vor allem, dass Du das auch für uns zum Nachbauen so toll dokumentiert hast. Auch wenn nicht alle beschriebenen Maßnahmen bei allen Fahrzeug-Modell en umsetzbar sind, so dienen sie doch der Anregung für weitere Überlegungen.

Ich würde mich sehr freuen, zukünftig weitere solcher Anleitungen von Dir hier lesen zu können.
mfg
Wilfried

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