Mit dem Hoby 600 auf großer Tour

meteora-hobby.jpg Liebe Hobbyfreunde, nachdem wir bereit 1997 zum ersten mal in Griechenland waren und zwar auf die Peloponnes, hatten wir uns diesmal Mittelgriechenland als Reiseziel vorgenommen. Die Anfahrt wählten wir erneut über die Schweiz (Gotthardtunnel) und Italien bis Ancona. Hier hatten wir bei Minoan Lines für Camping on Board eingebucht. Die Buchung hatten wir über eine Büro in Igouminítsa vorgenommen, das war einerseits wesentlich billiger, keine Stornogebühren und Bezahlung vor Ort bei Ankunft.

Die erste Aufregung mussten wir bereits in Ancona überstehen, als unser Hobby ca. 2 km vor der Fähre, mitten auf einer Kreuzung stehen blieb und der Motor seinen Dienst verweigerte. Gott sei Dank hatten wir noch gut drei Stunden bis zur Abfahrt und eine Werkstatt war auch gleich um die Ecke. Nachdem auch der Mechaniker, den wir inzwischen herbei geeilt war, zwei, drei vergebliche Startversuche gemacht hatte, hatte er auch schon den Dieselfilter als Ursache ausgemacht. Ruck zuck war ein solcher besorgt und eingebaut. Als das Entlüften zu lange dauerte, bot ich ihm meinen Ersatzkanister an und schon einmal dabei, leerte ich den größeren Rest in den Tank. Jetzt sprang auch unser gutes Stück wieder an und die Fähre haben wir auch noch bekommen. (Ihr fragt Euch womöglich warum ich das erzähle? Nun, das ganze hat am Ende unserer Reise noch ein "Nachspiel"! Doch alles der Reihe nach.)

Die Fähre, ein 30.000 BRT-Schiff, 200 m lang 26 m breit, mit 65.000 PS erreichte 27 Kn., so dass wir die Strecke Ancona - Igoumenítsa in 15 Stunden bewältigten, wovon wir die meiste Zeit in unserem Mobil geschlafen haben. Gegen Mittag des folgenden Tages hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen, unsere Rechnung bezahlt und schon konnte das Abenteuer losgehen.

Da Igoumenítsa nicht zu den touristischen Höhepunkten zählt, haben wir direkt Kurs auf Ioánina, die Bezirkshauptstadt von Epirus, genommen. Für Igoumenítsa bliebe ohnehin noch am Ende unserer Rundfahrt Zeit, wenn alles innerhalb der vier Wochen nach Plan verlaufen sollte. Schon wenige Kilometer außerhalb der Stadt passierten wir ein ländliches Anwesen, wo ein junger Mann gerade dabei war sein Auto zu waschen. Das wäre vielleicht ein Gelegenheit für uns, unseren Wassertank, den wir zu Hause nur teilweise gefüllt hatten -  wer will schon 100 ltr Wasser nach Griechenland mitnehmen - voll zu tanken. Des Griechischen nicht mächtig, musste die Zeichensprache helfen. Als die Wagenwäsche beendet war, dirigierte uns der junge Mann in seinen Hof und wollte sofort mit der Wagenwäsche beginnen. Als wir mit vielen Gesten klarstellen konnten, dass wir "nur" etwas Wasser für unseren Tank haben wollten, war er ganz verdutzt und lachte sich halb tot.

ali-pascha.jpgMit vollem Wassertank, Diesel hatten wir in Igoumenítsa getankt, konnte uns nichts mehr aufhalten. Über eine gut ausgebaute Strasse überwanden wir auf kurvenreicher Strecke zwei Höhenrücken und nach ca. 150 km war Ioánina erreicht. Die Stadt, an einem reizvollen See gelegen, wird von der Aslan Pascha-Moschee überragt, die noch heute an die Türkenherrschaft von 1430 bis 1913 erinnert. Heute beherbergt sie ein beachtenswertes Volkskundemuseum. Das Stadtbild wird geprägt durch ein altertümliches Bazarviertel mit seinen Silberwerkstätten. Die filigranen Silberschmiedearbeiten genießen weit über die Grenzen Ioánina hinaus Beachtung. Auch die vielen jungen Leute fallen ins Auge, kein Wunder, hier gibt es auch eine Universität.

joannina-1.jpgSehr reizvoll ist auch eine Bootsfahrt auf die autofreie Klosterinsel Nisi. Blumen in leuchtenden Farben schmücken die Gassen des hübschen Dorfs mit seinen weißgekalkten Häusern und den einladenden Tavernen. Im Kloster Panteleimon, wo Ali Pascha 1822 von türkischen Truppen erschossen wurde, befindet sich heute ein kleines Museum.

Lohnend ist ein Ausflug ca. 60 km nördlich zur Vikos-Schlucht. Die längste und tiefste Schlucht des griechischen Festlandes liegt im Gebiet der Zagorochoria, einer weltabgeschiedenen Gegend von 46 Denkmal geschützten Bergdörfern. Zwischen steilen Felsen und weitgehend unbeeinträchtigt von der türkischen Herrschaft erwarben ihre Bewohner mit Viehzucht und Fernhandel beträchtlichen Wohlstand. Davon zeugen noch heute die prächtigen, unverputzten, mit Steinplatten gedeckten Häuser und Kirchen, ebenso wie die rund 50 Steinbrücken, die mit weiten Bögen Flüsse und Bäche überspannen. Der durch die 10 km lange Vikos-Schlucht führende, zwischen 600 m hohen Felswänden eingebettete alte Handelsweg, gilt heute längst als Geheimtipp unter den Trekkingtouristen. Das gesamte Gebiet, dem auch die Aoou-Schlucht angehört, wurde zum Nationalpark Vikou-Aoou zusammengefasst.{mospagebreak}

 

Kapitel 2: Durch das Pindosgebirge nach Kalambáka mit den Meteóra-Klöstern und den Thermopiles

Schon bald hinter Ioánina röhrte unser Diesel (damals noch mit 75 PS Saugdiesel) auf der gut ausgebauten E 92 dem ersten Gebirgsrücken, dem Mitsíkeligebirge entgegen. Nur kurz dauerte die Verschnaufpause für unser gutes Stück und schon ging es Kurve um Kurve wieder hinauf zum 1690 m hohen Katárapass, der zum mächtigen Gebirgszug des Pindos gehört. Im Sommer alles kein Problem, doch die am Straßenrand stehenden Begrenzungspfähle waren untrügliche Zeugen, dass im Winter hier so viel Schnee liegt, dass Ski fahren möglich ist. Es soll die bedeutendste Skiregion Griechenlands sein.

meteora-1.jpg Mit dem Überqueren des Katárapasses wechselten wir gleichzeitig von der Region Epirus in die Region Thessalien über. Inzwischen waren auch fast die ca. 130 km nach Kalampáka zurückgelegt und schon grüßte uns von Weitem die spektakuläre Felskulisse. Ein Besuch der Metéora-Klöster ist ein Natur- und Kulturerlebnis zugleich. Metéora ist der Ort, wo sich Himmel und Erde berühren. Die dunklen, Stalagmiten artigen Felstürme, die fast senkrecht über 300 m aus ihrer Umgebung heraus ragen, sind vor Millionen von Jahren durch Erosion und Erdbeben entstanden. Vor rd. 1000 Jahren ließen sich die ersten Eremiten hier nieder. meteora-7.jpgEs bildete sich eine Mönchsgemeinschaft, die im 14. Jahrh. mit dem Bau des ersten Klosters begann, dem im Laufe der Jahre 23 weitere folgten. Die sechs, heute noch von Mönchen und Nonnen bewohnten Klöster sind nicht alle mit dem Auto zu erreichen. Einige müssen noch heute über in den Stein gehauene Treppen im wahrsten Sinne des Wortes erklommen werden. Einige sind mit abenteuerlich anmutenden Materialseilbahnen mit der Strasse verbunden, die meist auch für den Personentransport (keine Touristen!!) "missbraucht" werden - ein Graus für deutsche Sicherheitsfachkräfte. Viele der alten, nicht mehr bewohnten Klosteranlagen sind noch heute, wie in früherer Zeit nur mit Strickleitern und/oder Seilwinden zu erreichen. Das heutige Nonnenkloster Agios Stéphanos, 1367 von einem Serbenfürsten gestiftet, lässt sich sogar mit dem WoMo anfahren. Auf dem vorgelagerten Parkplatz lässt es sich ausgezeichnet übernachten, das tolle Panorama  auf die vom Peneios durchflossene thessalische Ebene inbegriffen. Das Kloster, das besichtigt werden kann, erreicht man heute in wenigen Minuten vom Parkplatz aus zu Fuß über eine, die Schlucht überspannende,  Steinbogenbrücke, die wohl erst wesentlich später errichtet wurde.

Zunächst weiter auf der E92 bis Tríkala die nahtlos in die E65 übergeht, passierten wir in flotter Fahrt die Städte Kardítsa und Lamía. Hier wechselten wir auf die E75 und nur wenige Minuten später waren die Thermopylen erreicht. Ihren Namen haben sie, was übersetzt Die warmen Tore heißt, nach den dort entspringenden heißen Schwefelquellen. Aber auch ein geschichtliches Ereignis ist mit den Thermopylen eng verknüpft, an das ein unmittelbar an der Strasse befindliches Denkmal erinnert. 480 vor Chr. starben hier 300 spartanische Krieger in einem aussichtslosem Kampf gegen das persische Heer einen heldenhaften Tod. Auf einem nahe gelegen Hügel, auf dem die letzte Phase des Kampfes stattfand, erinnert eine schlichte Gedenktafel mit dem Spruch, der in Schillers Übersetzung heißt: Wanderer, kommst du nach Sparta, verkünde dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. Einmal an den heißen Quellen, wollten wir uns einen Besuch im Thermalbad nicht entgehen lassen. Doch das im Reiseführer noch in blumenreicher Kuranlage beschriebe Bad, hatte wohl schon seit längerer Zeit geschlossen. Da kam uns der Tipp zweier polnischer Brummifahrer gerade recht. Eine ganz in der Nähe öffentlich zugängliche Thermalquelle war wohl kein vollwertiger Ersatz und reichte auch nicht zum Schwimmen, aber zum Hineinlegen, um unsere vom Fahren leicht steifen Glieder wieder zu mobilisieren, reichte es allemal. Und besser als am WoMo zu duschen war es sowieso!

Jetzt hieß es unser nächstes Ziel, die zweitgrößte griechische Insel Griechenlands, anzusteuern. Hierzu bedurfte es nur wenige Kilometer auf der E75  an der Küste entlang bis die Abfahrt zum nahe gelegenen Fischerdörfchen Glifa erreicht war. Hier gibt es eine Autofähre, die in halbstündiger Fahrt die Insel mit dem Festland "verbindet". Außer uns setzten noch zwei Zigeunerfamilien mit ihren haushoch  mit Zwiebeln und anderem Gemüse beladenen Pickups über. Nicht nur, dass die Fahrzeuge hoffnungslos überladen waren, so fragen wir uns, wo die vielen Begleitpersonen noch unterkommen konnten. Anders als bei uns, wo wir die Sintis und Romas meist nur in großen Limousinen mit angehängten Tabbert-Wohnwagen begegnen, müssen ihre Artgenossen in Griechenland ihren Lebensunterhalt als "fliegende Marktbeschicker" bestreiten.

euboea-1.jpgAyiokambos, ebenfalls ein verträumtes Fischerdörfchen, empfing uns mit einem direkt am Wasser gelegenen Rastplatz, der neben Bänke auch noch einen frei zugänglichen Wasserhahn zu bieten hatte. An einem solchen "Angebot" kann man als Camper einfach nicht vorbeifahren und so war wieder mal die Wasserversorgung für einige Tage gesichert. Noch ein wenig das Umfeld erkunden, das ein oder andere Film- bzw. Fotomotiv einfangen und weiter ging's zum in der Nähe befindlichen Badeort Loutrá Edipsoú. Der Ort, in einer herrlichen Bucht gelegen, entsprach nicht so ganz unseren Vorstellungen von der noch kaum vom Tourismus erschlossenen Insel und so brachen wir nach kurzer Visite wieder auf, um an der Nordküste eine unseren Vorstellungen entsprechende Badestelle zu finden. Auf unsere Karte war der Ort Angáli mit einer Badewanne gekennzeichnet, also nichts wie hin. Empfangen wurden wir von einem menschenleeren, Naturbelassenen Strand, links und rechts von Felsküste eingerahmt. Ein Stellplatz für die nächsten zwei Tage war schnell, zwischen blühenden Strandgewächsen so weit das Auge reichte, gefunden. Neben Baden, Sonnen und Relaxen boten sich weitläufige Küstenpfade zu ausgiebigen Filmsafaris an. Mit einem Besuch in der in Sichtweite gelegenen Strandtaverne, deren einzige Nichtgriechen wir waren, ließen wir die Tage von Angáli ausklingen.

Mehr längs als quer führt ein schmales, aber gut befahrbares, Sträßchen durch eine abwechslungsreiche, dünn besiedelte Landschaft zur Inselhauptstadt Háldika an der Südküste gelegen. Etwa auf halben Weg lädt die wunderschön, wie in einem Blütengarten gelegene, Taverne Alexiou den Durchreisenden zur Einkehr ein. Ein Halt ist auch ein so genanntes "Naturwunder" wert. In einem üppig grünen Bachtal mit hohem Baumbestand, erreicht man über eine abenteuerliche Hängebrücke eine uralte Platane, deren Stammumfang mit 18 m angegeben ist.

euboea-2.jpgHáldika, die durch eine Meerenge, dem Euripos-Kanal, zweigeteilte Stadt, deren eine Hälfte auf der Insel und die andere Hälfte auf dem Festland liegt, verbindet an der schmalsten Stelle (60 m) eine Drehbrücke, die durch eine Hängebrücke neueren Datums Verstärkung zur Aufnahme des regen Inselverkehrs bekam. Wer hier in einem der zahllosen Fischlokale speist, fühlt sich an einen Gebirgsfluss versetzt: Das Wasser drängt sich mit rauschender Geschwindigkeit durch die Meerenge und wechselt dabei bis zu 16 mal täglich seine Strömung. Dieses Phänomen bereitete schon Aristoteles Kopfzerbrechen und ist bis heute nicht endgültig geklärt.

Erneut musste die Insel in nördliche Richtung gequert werden, um das Fischerdörfchen Kími zu besuchen. Der Ort selbst, der hoch über dem Meer thront, wird wegen seiner Lage auch gern als "Balkon der Ägäis" bezeichnet. Unten am Hafen, direkt an der Promenade fanden wir wiederum auf Anhieb einen Übernachtungsplatz, wie ihn sich ein Camperherz nicht schöner vorstellen könnte. Zu allem Luxus spendete uns eine riesige Platane auch noch Schatten, so dass wir das emsige Treiben der Einheimischen und Fischer ganz entspannt verfolgen konnten. Den Tag beendeten wir von angenehmer Meeresluft umweht, mit einem Spaziergangs entlang der Küste, deren mächtigen, von der Brandung beschliffenen, Felsen uns immer wieder zu einer "Kletterpartie" einluden.

Ein letztes Mal querten wir die Insel, um nach Stíra zu gelangen. Von Nea Stíra, dem Hafen von Stíra, verbindet wiederum eine Fähre die Insel mit dem Festland. Von hier aus wollten wir nämlich unser nächstes Ziel ,Athen, angehen. Doch noch war es nicht o weit!

Wiederum war ohne Probleme ein Stellplatz direkt am Strand gefunden, der durch das freundliche Angebot einer Anliegerin ihre Stranddusche mit zu benutzen Grund für einen zusätzlichen Badetag war. Tourismus in Maßen und die abendlichen Sonnenuntergänge im Meer wie man sie sich schöner nicht vorstellen kann, ließen beim Gedanken weiter ziehen zu müssen, leichte Wehmut in uns aufkommen. Inge pflegt an solchen Orten stets zu sagen: "Einen solch schönen Stellplatz finden wir nicht noch einmal". Dazu wäre anzumerken, dass sie das in jedem Urlaub mindestens einmal feststellt und das will schon was heißen.{mospagebreak}

 

Kapitel 3: Nach Athen und zum Kap Sóunion

Von Nea Stíra brachte uns eine Fähre nach einstündiger "Seefahrt" nach Agia Marina auf dem griechischen Festland. Schnell hatten wir die gut 30 km über Marathon nach Rafina zurück gelegt und uns seit Beginn der Reise zum 2. Mal auf einem Campingplatz mit Meerblick "eingenistet". Noch am Abend erkundigten wir uns nach einer Verbindung nach Athen. Nach einem Bad im Meer und angenehmer Nacht fuhren wir zunächst die knapp 30 km mit den Bus in den Außenbezirk von Athen. Mit einem O-Bus ging es weiter in die Millionenstadt. Jetzt noch ein paar Stationen mit der U-Bahn und wir waren im Zentrum. Bei dieser Fahrerei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, hatten wir ein weiteres Mal Bekanntschaft mit der Hilfsbereitschaft der Griechen gemacht. Als wir den O-Bus verlassen hatten und absolut keine Ahnung hatten, in welcher Richtung die für uns richtige U-Bahnstation zu finden war, baten wir einen älteren Herrn um Auskunft. Dieser bemühte sich erst gar nicht lange, uns den Weg zu beschreiben, sondern forderte uns sofort auf ihm zu folgen. An der Station hat er sich nicht etwa verabschiedet, nein er stieg mit uns ein und fuhr mit bis zur Station  am Monasteraki Platz, den er uns als günstigen Ausgangspunkt für unsere Stadtbesichtigung empfahl.

athen-1.jpg Als ich ihm wenigstens die Fahrtkosten erstatten wollte, lehnte er dankend mit den Worten ab: Er sei Rentner, hätte eine Dauerkarte und Zeit hätte er auch genug. Es hätte ihm Freude bereitet uns kennen gelernt zu haben und sich gleichzeitig etwas nützlich machen zu können. Diese Gastfreundschaft der Griechen hatten wir bereits vor zwei Jahren bei unserem ersten Aufenthalt in Griechenland Rund um die Peloponnes kennen gelernt.

Vom Monasteraki Platz mit beachtenswerter Pantánassakirche und der ehemaligen Tzistaraki-Moschee, die heute ein Keramikmuseum enthält, starteten wir unsere Besichtigungstour zur griechischen Agorá,die erst, nachdem ein ganzes Stadtviertel evakuiert und abgerissen wurde, von amerikanischen Archäologen ausgegraben und erforscht werden konnte. In der Antike wurde hier ebenso heftig diskutiert und gestritten wie heute noch in jedem griechischen Kaffeehaus. Sokrates und Platon wandelten philosophierend zwischen dem damals gerade fertig gestellten Hephaistos-Tempel (heute der besterhaltene Tempel Griechenlands) und der erst 250 Jahre später erbauten, mittlerweile eindrucksvoll rekonstruierten Attalos-Stoa umher. Heute dient das Gebäude mit seinen eindrucksvollen Ausmaßen als Ausstellungshalle der zahlreichen Funde von Büsten und Kapitellen. Als einziges Gebäude des gesamten Viertels blieb die kleine, im byzantinischen Stil errichtete und mit gut erhaltenen Fresken ausgestattete Apostelkirche vor dem Schicksal der Abrissbirne verschont.

Nicht weit entfernt von der griechischen Stoa befindet sich die römische Agora. Im Gegensatz zur griech. Agora, die sich im Laufe der Zeit entwickelte und ausgebaut wurde, ist der Markt aus röm. Zeit nach einheitlichem Entwurf in einem Rechteck angelegt worden. Das besterhaltendste Bauwerk ist der Turm der Winde, ein achteckiger, 12m hoher Bau aus der Zeit um 40 v. Chr.. Seinen Namen verdankt der Turm den Reliefdarstellungen der acht Windgottheiten. Nur 16m entfernt vom röm. Markt, erhebt sich der Komplex, der von Kaiser Hadrian nach 132 n. Chr. gestiftete und nach ihm benannte Hadriansbibliothek. Hier befindet man sich am Beginn der Pláka, jener Altstadt, die sich nördlich der Akropolis erstreckt. In ihren Gässchen und an ihren Plätzen stößt man auf einige kleine Kirchen und bescheidene Häuser der klassizistischen Zeit, doch geht deren Zahl ebenso wie der der alten Tavernen immer mehr zurück - die Pláka entwickelt sich zunehmend zum flimmernden, lauten Tummelplatz des Tourismus.

Als nächstes gelangten wir zum Wahrzeichen Athens schlechthin, der Akropolis, die auf einem Kalksteinfelsen thronende "Hochstadt". Zunächst als Burg der Könige von Athen und zugleich Sitz der ältesten Heiligtümer war und später ausschließlich als Burg der Götter diente. Ungeachtet der Zerstörungen geht von den drei Tempeln, dem Parthenon, dem Nike-Tempel und dem Erechtheion noch immer etwas Glanz des Perikleischen Zeitalters aus. Während man die architektonischen Feinheiten des Parthenon nur bei genauem Hinschauen erkennt, sind die beiden Theater am südlichen Fuß des Akropolisfelsens von oben aus unübersehbar. Das im griechischen Stil erbaute Dionysos-Theater gilt als die Geburtsstätte des Theaters schlechthin. Das viel besser erhaltene Odeion des Herodes Atticus entstand erst 600 Jahre später in röm. Zeit. Vom Felsen der Akropolis, dessen höchster Punkt mit 156m angegeben wird, bietet sich dem Besucher ein atemberaubender Panoramablick über die bis an den Horizont reichende Stadt mit ihren Hügeln.

Wieder unten passierten wir südlich des Felsens die beiden Theater und gelangten zum Hadrianstor, an dem in heutiger Zeit der Verkehr gleich in mehreren Spuren vorbei kriecht. Römische Kaiser waren besonders groß darin, sich Denkmäler zu setzen. So ließ auch Kaiser Hadrian, der viel für Athen getan hat,  um 131 n. Chr. dieses Tor errichten. Genau gegenübersieht man die Lysikratesstrasse und an ihrem Ende das Lysikrates-Monument, einen 6,50m hohen Rundbau, dessen Wände von korinthischen Säulen gegliedert werden. Auf dem Weg zum Olympischen Stadion gönnten wir uns im Volksgarten, einer der wenigen grünen Inseln Athens, mit seinem reichhaltigem Blumenflor eine Verschnaufpause.

Eingebettet zwischen zwei Hügeln, liegt das 70 000 Zuschauer fassende, ganz aus Marmor errichtete Stadion. In diesem Nachbau des antiken Athener Stadions fanden 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt - heute ist es wegen seiner viel zu engen Kurven für keine Rekorde mehr gut.

Auf dem Weg zum Parlament kamen wir am Königlichen Palast vorbei und hatten das Glück das Wachablösungprozedere der Ehrengarde Evzonen "Schöngegürteten" erleben zu dürfen. Kopf hoch, Blick gerade aus, Arme und Beine gestreckt und mit genagelten Schuhen auf den Boden stampfend, machten sie ihrem Namen alle Ehre.

Weiter ging´s zum Sýntagma-Platz, dem Platz der Verfassung, der seinen Namen anlässlich der Revolution 1843 erhielt. Im ehemaligen königlichem Schloss residiert heute das Parlament. Die in Unmengen um den Platz kurvenden gelben Taxen erinnerten uns zwangsläufig an die yellow cabs von Manhattan.

Ich glaube, es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass wir inzwischen redlich geschafft waren und die Gelegenheit beim Schopfe packten, der vor uns liegenden Strasse immer nur  gerade aus  zu folgen, um zu unserem Ausgangspunkt, der U-Bahnstation am Monasteraki-Platz zu gelangen. Wieder am Campingplatz in Rafina angekommen sehnten wir uns nur noch einem Bad im Meer.

kapsounion-5.jpgAusgeruht und wieder voller Tatendrang starteten wir unser bestes Stück und nahmen die rund 60 km bis zum Kap Sóunion unter die Räder. Die Strecke, teils entlang der Küste, teils durch´s Landesinnere hat viel vom ursprünglichen Reiz durch die fortschreitende Urbanisierung verloren. Nach gut zwei Stunden - die Zeit hatten wir benötigt, weil wir a) im Urlaub waren und ab und an etwas anschauten und b) wir mit unserem "Wohnzimmer" nicht durch die Gegend gerast sind! - erblicken wir zum ersten Mal die Ruine des Poseidon-Tempels, majestätisch auf einer Anhöhe thronend. kapsounion-6.jpgAn der äußersten Südostspitze der attischen Halbinsel grüßt eine der schönsten griechischen Tempelruinen alle Schiffe, die Piräus ansteuern. Der Bau, der noch zahlreiche aufrecht stehende dorische Säulen besitzt, war dem Meeresgott Poseidon geweiht. Der ausgesprochen romantische Sonnenuntergang am Kap gilt als einer der schönsten des Landes und zieht Touristen in Scharen an. Nachdem wir das in unserem Reiseführer gelesen hatten, war es für uns ein Muss, dieses Ereignis live zu erleben. Neben tollen Aufnahmen hatten wir aber auch unterhalb, direkt an einer malerischen Bucht, eine Strandtaverne mit ausreichend Parkplatz ausgemacht. Gedacht, getan und schon waren wir Gäste der Taverne. Nachdem wir köstlich gespeist hatten, hatten wir anstandshalber gefragt, ob wir hier über Nacht stehen dürften. Selbstverständlich antwortete ein schmales, zierliches Persönchen mittleren Alters, allerdings nur unter der Bedingung, dass wir am folgenden Morgen nicht vor 8.00Uhr abfahren. Das konnten wir guten Gewissens garantieren.

renata-3.jpgPunkt 8.00 Uhr morgens erschien obiges Persönchen mit einem Tablett, darauf zwei Tassen griechischen Kaffee und reichte uns das Ganze durch unser WoMo-Fenster. Die sich daraus entwickelnde Geschichte würde zu lange dauern, um sie in allen Einzelheiten wieder zu geben. Jedenfalls blieben wir insgesamt drei Tage vor Ort und das gegenseitige Geben und Nehmen fand kein Ende. Letztendlich saßen wir gemeinsam mit Renata, der zierlichen Wirtin und ihrer an Krebs erkrankten Schwester Maria des öfteren gemeinsam in unserem Hobby und ließen es uns bei Retsina, Tzatziki, Ouzo und Kaffee gut gehen. Doch alles hat mal ein Ende und so mussten auch wir die beiden Schwestern mit Tränen in aller Augen zurücklassen.{mospagebreak}

Kapitel 4: Über Piräus zum Kloster Ossios Lukas, Delfi und Náfpaktos

osios-lukas-1.jpgAuf gut ausgebauter Strasse, stets der Küste entlang, waren die rd. 80 km bis nach Piräus schnell zurück gelegt. Mit zunehmenden Verkehr und immer größer werdenden Hotelanlagen begrüßte uns zum zweiten Mal die Millionenstadt Athen, diesmal mit ihrem internationalen Hafen Piräus. Ein kurzer Fotostop und weiter ging´s in nördliche Richtung. Ab Elefsína auf der E 962 weiter über Thíva und Livadia bis zum Abzweig nach Dístomo , einer kleinen Bergarbeiterstadt, die wir als Übernachtungsplatz auserkoren hatten, um am nächsten Tag das nahe gelegene Kloster Ossios Lukas aufzusuchen. Bevor wir jedoch am folgenden Tag zum Kloster aufbrachen, war ein Abstecher nach Antikira an der Küste angesagt. Der herrlich an einer kleinen Badebucht gelegene Ort nahm uns sofort in seinen Bann und so wurden letztendlich zwei Badetage draus. 

osios-lukas-2.jpgZurück in Dístomo  trennten uns nur noch 5 km vom orthodoxen Kloster Ossios Lukas , das neben zwei weiteren Klöstern Griechenlands, zu den drei bedeutendsten Denkmälern der Mosaikkunst des 11. Jahrh. zählt. Wiederum einem Zufall hatten wir es zu verdanken, dass unser Besuch mit dem griech. Osterfest, das ein oder zwei Wochen nach unserem Osterfest stattfindet, zusammentraf. Noch mitten während unserer Besichtigung, füllte sich die Hauptkirche mit Kirchenbesucher und Popen unterschiedlichster Rangordnung traten in Erscheinung. Ehe wir begriffen was hier von statten ging, waren wir mitten in einer Taufzeremonie nach griech. orthodoxem Ritus. Unsere Bemühungen, "uns still schweigend aus dem Staub zu machen", wurden sofort erkannt und mit der freundlichen Aufforderung als Gäste dem Zeremoniell beizuwohnen unterbunden. Schnell war das Taufbecken mit Wasser, das Eimer weise herbei getragen wurde, gefüllt, nicht ohne nach jedem Eimer Wasser vom obersten Popen höchstpersönlich mittels Armprobe die Temperatur geprüft zu haben. Nachdem der Täufling, in diesem Falle ein Mädchen von ca. einem Jahr, mehrfach gesalbt und in delphi-4.jpgGesangsform gesegnet war, wurde es komplett ins Becken eingetaucht, was es nur unter größtem Protest über sich ergehen ließ. Schnell waren jedoch die Tränen wieder getrocknet und der Täufling wie eine kleine Prinzessin herausgeputzt. Alle Anwesenden - auch wir -  bekamen eine kleine Schleife mit Kreuz angeheftet und waren somit eingeladen, an den nun folgenden Feierlichkeiten teilzuhaben. Das konnten und wollten wir nun doch nicht annehmen und so mussten wir alle Register ziehen, um die Gastgeber mit unserer Absage nicht zu beleidigen.

delphi-1.jpgDer Tag war noch jung und Delfi, am Abhang des Parnaß hoch über dem Golf von Korinth gelegen, erreicht. Delfi ist eine der berühmtesten Kultstätten Griechenlands, im Altertum war es in der gesamten griechischen Welt und darüber hinaus als Orakelheiligtum des Apollon hoch angesehen. Die reichen antiken Überreste und ihre delphi-2.jpgeinzigartige Lage in der Berglandschaft lassen den Besuch zu einem Höhepunkt jeder Griechenlandreise werden. Den heutigen Tag ließen wir zur Abwechslung mal wieder auf dem nahe zur Stadt Delfi gelegenen Campingplatz ausklingen. Seine herrliche Lage mit Blick auf die mit Olivenbäumen bewachsenen Tiefebene von Ithéa am Golf von Korinth und sein "astreines" Schwimmbad waren Grund genug noch einen Faulenzertag dranzuhängen.

nafpaktos-1.jpgNach weiteren ca. 100 km, die wir auf der stets an der Küste entlang führenden E 65 zurück legten, war Náfpaktos mit seinem idyllischen Hafen am Nordufer des Golfes von Korinth erreicht. Die Venezianer nannten das Städtchen Lepanto, und berühmt wurde es durch die Seeschlacht von Lepanto 1571. Beachtenswert sind noch heute der durch die venezianische Mauer gesicherte Hafen und die starke Befestigung der Stadt, die sich in mehreren Gürteln bis hinauf zum Gipfelkastell mit seiner grandiosen Aussicht über den Golf von Korinth bis zu die Peloponnes zieht.

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Kapitel 5: Auf die Insel Lefkáda und weiter über Nikopolis und Párga nach Igouminitsa.

Nach nur wenigen Kilometern erreichten wir bei Antirion die engste Stelle des Golfes von Korinth, auch unter dem Namen "kleine Dardanellen" bekannt. Einst die wichtigste Fährstation zwischen Peloponnes und Festland überspannt seit 2004 die größte Schrägseilhängebrücke Europas die gut 2 km breite Meerenge.

Das nächste Etappenziel war Messolóngi, das durch seine heldenhafte Verteidigung im Freiheitskampf gegen die Türken 1821 in die Geschichte einging. In einer weitläufigen Grab- und Gedenkstätte - Heroon - erinnern zahlreiche Denkmäler an die Gefallenen Philhellenen aus Deutschland, Frankreich, Amerika, Italien, England und weiteren europäischen Ländern. Eine weit in die Lagunenlandschaft hinausführende Dammstrasse erschließt die Salinen, die von riesigen Salzhalden gesäumt werden.

lefkada-1.jpgIn den Fischerdörfern Astakos und Mitikas fanden wir problemlos direkt am Wasser liegende Stellplätze für die Nacht. Das kleine Vónitsa am Südufer des Ambrakischen Golfes wird überragt von einer mächtigen Burg, die auf die byzantinische Zeit zurück reicht. Wir haben Vónitsa in südwestlicher Richtung verlassen, um der Insel Lefkás einen Besuch abzustatten. Die in unmittelbarer Nähe zum Festland liegende Insel wurde erst durch einen in der Antike gegrabenen und 1905 erneuerten Kanal zur Insel. In der Vergangenheit nur mittels Fähren zu erreichen, verbindet lefkada-2.jpgheute eine Brücke Lefkás mit dem Festland.  Über Lefkáda, dem quirligen Hauptort der Insel, fuhren wir in südliche Richtung und erreichten den in reizvoller Landschaft am Ausgang der Vlíchobucht gelegenen Badeort Nídri. Uns zog es jedoch noch weiter südlich bis an die Bucht von Vassilikí, wo wir für zwei Tage eingenistet hatten. Beim abendlichen Bummel durch den kleinen Ort wurden wir durch Postkarten auf einen "Badeplatz" aufmerksam gemacht, den wir unbedingt aufsuchen wollten. Da ein Blick auf die Karte verriet, dass Porto Kartsiki, so der Name der traumhaft schönen Bucht, mit unserem Hobby zum Abenteuer werden könnte, wurde kurz entschlossen ein "Jeep" angemietet. Nach einer guten Stunde Fahrt über ein schmales Bergsträßchen war das Ziel unserer Träume erreicht und einem unvergesslichen Badetag stand nichts mehr im Wege.

parga-2.jpg Zurück auf dem Festland standen die Orte Prevéza und Nikopolis auf dem Programm. Eine kleine Fähre brachte uns von Aktion in die am Nordufer des Ambrakischen Golfes gelegene Prevéza. Der tief ins Festland einschneidende Golf bietet mit seinen weit ausladenden Lagunen hervorragende Brutplätze für Pelikane, Eisvögel und verschiedene Reiherarten. Das verschlafene Prevéza wäre keiner Erwähnung würdig, wäre es nicht, wie bereits erwähnt, durch einen regen Fährverkehr mit dem am gegenüber liegenden Weiler Aktion verbunden, der einer der bedeutendsten Seeschlachten des Altertums seinen Namen gab. In der Schlacht von Aktion 31 v. Chr. besiegte Octavian seinen Konkurrenten Antonius und dessen Verbündete, die ägyptische Königin Kleopatra. An Erinnerung an seinen Sieg, gründete Octavian, der spätere Kaiser Augustus, das nur neun km von Prvéza gelegene Nikopolis, dessen Ruinenfeld ein Theater und Grundmauern von mehreren Basiliken und der Stadtmauer enthält.

parga-1.jpg Weitestgehend entlang der Westküste, die uns immer wieder mit ihren herrlichen Strandabschnitten zum Baden einlud, erreichten Párga, eingebettet in Oliven- und Orangenhaine. Die farbig getünchten Häuser von Párga schmiegen sich an einen Hügel zwischen zwei weit geschwungenen Strandbuchten. Auf der bewaldeten Kuppe ragen die Ruinen einer venezianischen Festung in den blauen Himmel. Die landschaftliche Schönheit, der malerische Hafen und die urigen Tavernen an den Kiesstränden tragen dazu bei, dass Párga heute der beliebteste Urlaubsort an der Westküste ist.

camping.jpg Nach drei Wochen in Griechenland und rd. 2000 km mehr auf dem Tacho, trennten uns nur noch 80 km von unserem Ausgangsort Igoumenitsa. Die waren schnell zurück gelegt. Auch die Papiere für die Rückfahrt nach Ancona/I waren in wenigen Minuten im örtlichen Reisebüro ausgestellt und so blieb noch ausreichend Zeit an einem nahe zum Hafen gelegen Strandabschnitt die restlichen Stunden bis zur Einschiffung zu verbringen. Gegen 17.00 Uhr hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Nachdem das WoMo "versorgt" war, ging es sofort auf´s Oberdeck, um bei inzwischen untergehender Sonne die letzten Eindrücke zu sammeln und Bilder zu "schießen".

Nach ruhiger Überfahrt und erholsamen Schlaf im eigenen Bett fuhren wir gegen Mittag des folgenden Tages in Ancona/I wieder an Land. Für die gut 1500 km lange Heimfahrt hatten wir zwei Übernachtungen eingeplant. Über die italienische und schweizer Autobahn erreichten wir am Nachmittag des zweiten Tages den Gotthardtunnel. Beim üblichen Verkehrsaufkommen während der Tunnelfahrt fing nach halber Strecke plötzlich unser Motor an zu stottern und ging aus. Sofort wurden die Erinnerungen von Ancona auf der Hinfahrt wieder wach, doch dass das Kraftstofffilter schon wieder zugesetzt sein sollte, wollte ich nicht glauben. Gerade noch in eine Notfallbucht gerollt, sprang der Motor wieder an und ich fädelte wieder in den fließenden Verkehr ein. Doch nur wenige Meter später das gleiche Malheur. Schnell wieder in die nächste Bucht. Nach drei vergeblichen Versuchen, musste ich einsehen, dass auf diese Art und Weise die restlichen Kilometer durch den Tunnel nicht zu bewältigen waren. Letztendlich ließen wir uns vom Abschleppdienst huckepack - ich im Hobby sitzend -  in eine KFZ-Werkstatt in Wassen/CH bringen. Nach gut einer Stunde Wartezeit, die zwei noch anwesenden Mechaniker waren gerade mit einem anderen  WoMo beschäftigt, das im Tunnel ein Hinterrad verloren hatte, waren wir an der Reihe. Ich erzählte meine Geschichte, doch dass das Filter schon wieder dicht sein sollte, konnte auch der Mechaniker nicht glauben. So zog er als erstes den Kraftstoffschlauch ab und sofort machte sich ein saugendes Luftgeräusch bemerkbar. Aha, Unterdruck in der Kraftstoffversorgung! Ein Blick von unten auf den völlig eingedrückten Tank machte alles klar. Ursache dafür war der abgeknickte Entlüftungsschlauch, der völlig versteckt im Radkasten endet und selbst von den Mechanikern nicht auf Anhieb gefunden wurde. Dies war mit höchster Wahrscheinlichkeit auch schon die Ursache von Ancona. Nur durch stetes rechtzeitiges Tanken ist das Problem erst wieder auf der Heimfahrt aufgetreten. Durch den eingefallenen Tank wurde der Füllstandsgeber hakenförmig nach oben gebogen und konnte somit, obwohl ausreichend Diesel im Tank, keinen Kraftstoff mehr ansaugen.

Was lernen wir daraus? Unbedingt den Verlauf des Entlüftungsschlauches im Auge behalten. Sollte er wie bei mir umgebogen im Radkasten enden, Bogen abschneiden und durch ein Rohr ersetzen, das kann nicht mit der Zeit luftdicht abknicken. Übrigens, vom FIAT-Kundendienst, den ich mit der mehr als laienhaften Ausführung konfrontiert hatte, bekam ich unter Hinweis auf die abgelaufene Garantiezeit eine Absage zwecks Kostenbeteiligung. Letztendlich hatte ich den Ärger und blieb auf den Kosten für einen neuen Tank samt Aus- und Einbau sitzen.

Trotz allem war es eine schöne und erlebnisreiche Reise, die wir Jedem, der Griechenland noch nicht bereist hat, empfehlen können.

Kommentare  

#1 Buddymobil 2009-03-28 13:36
Schöner Bericht. Freue mich schon auf die Fortsetzung.

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