Mit dem Hoby 600 auf großer Tour

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Da wir uns ja auf einer Insel befanden war als nächstes Ziel Merag angesagt, das nur wenige km nordöstlich von Cres liegt. Die Strecke zurück bis Cres war uns ja bereits bekannt. Ein Falschfahren war auch schlecht möglich, es gibt ja nur die eine Strecke zurück. Kurz hinter der Abfahrt links nach Cres, zweigt die Abfahrt nach Merag zum Fähranleger nach Krk ab. Zunächst verläuft die Straße noch auf der Höhe, bevor sie kurz vor der Küste in Serpentinen rasch auf Meereshöhe endet. Die letzten Meter hatten bereits weitere "Übersetzer" eingenommen. Wir hatten das Glück, dass sich das Ende der Schlange direkt am Tickethäuschen befand und so hieß es nur aussteigen und die Fährtickets lösen.

An dieser Stelle ein paar Worte zu den Preisen: Die einfache Fahrt von und nach Cres, egal von welcher der beiden benutzten Anlegestellen, kostete pro Person 18,- Kn (Kuna) und für den Hobby 245,- Kn, was nach Adam Riese zusammen 263,- Kn macht und etwa 38,- € entspricht. Eine Investition, die sich lohnt, wie wir meinen. Einige Campingplatzbetreiber übernehmen bei bestimmten Mindestaufenthalten die Fährkosten. So übernimmt z.B. der Campingplatz Kovacine in Cres die Kosten für eine Fahrt bei einem ununterbrochenen Aufenthalt von 7 Tagen, bei mindestens 14 Tagen sogar Hin- und Rückfahrt. Diese Angebote sind zwar attraktiv, standen für uns "Zugvögel" jedoch nicht zur Debatte.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Wartezeit und das Übersetzen betrug wieder ca. je eine halbe Stunde, da macht sich die Nebensaison schon positiv bemerkbar. Krk, ein fast unaussprechlicher Name! Wenn man einen angedeuteten >i<-Laut zwischen den ersten und zweiten der drei Buchstaben mogelt, klingt das noch immer nicht so sanft wie Hawaii, aber ein wenig lieblicher als ein verschluckter Hahnenschrei... 

Krk empfängt seine Gäste mit grünen Wäldern und wo die Böden fruchtbar sind, gedeihen Gemüse, Wein und Oliven. Karge Karstflächen sind den Schafen überlassen. Die wichtigsten Straßen sind entsprechend gut ausgebaut.

Das erste Ziel auf Krk ist der ganz im Süden der Insel gelegene Ferienort Baska, der in der Hochsaison schon einmal etwas überlaufen ist. Doch wie bereits erwähnt, in der Nebensaison ist alles ein wenig anders.

Für größeres Bild bitte klicken!Das erste Stück Wegs führte in nördliche Richtung auf der 104 bis diese auf die 102 einmündet. Hier hieß es nach rechts auf die 102 Richtung Krk abbiegen, der gleichnamigen Inselhauptstadt. Diese haben wir zunächst erst einmal rechts liegen lassen, denn hier sollte eventuell unser Schlussaufenthalt auf Krk stattfinden. Also weiter Richtung Baska, das vom Fähranleger nur insgesamt ca. 50 km entfernt ist. Unterwegs fielen uns meterhohe "Steinskulpturen" auf, die uns doch neugierig machten, was sie zu bedeuten haben. So erfuhren wir, dass wir uns auf einem Teilstück des glagolischen Weges befanden, der sich von Krk nach Baska erstreckt und die Monumente übergroße Schriftzeichen des historischen glagolitischen ABC's sind. Die Idee, die dahinter steckt ist die, dass im Tal von Baska, in der die >Tafel von Baska< gefunden wurde, ein Denkmal von bleibenden Wert errichtet wird.

Für größeres Bild bitte klicken!Zwei km lang ist der feine Kieselstrand von Baska, der seicht ins Wasser abgleitet und in der weiten, grünen Bucht von den umliegenden Bergen geschützt wird. In diesen romantischen Platz muss sich der Direktor einer Druckerei aus Prag, Emil Geistlich, zu Anfang des 20. Jh. verliebt haben, denn fortan propagierte er ihn Für größeres Bild bitte klicken!erfolgreich in Böhmen als Klimaheilbad. Dass er nicht der erste war, bezeugen Ausgrabungen antiker Thermen aus der Römerzeit. Zu unserem Leitwesen begann eine frische Brise zu wehen und ab und an dunkle Wolken aufzuziehen, Vorboten eines Wetterumschwungs, mit dem zu dieser Jahreszeit immer gerechnet werden muss. So beschränkten wir unseren Baskaaufenthalt auf einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Uferpromenade und durch die umtriebigen Gässchen der Altstadt. Für diejenigen, die etwas länger bleiben möchten stehen zwei gut ausgestattete Campingplätze zur Verfügung.Für größeres Bild bitte klicken!

Schon auf der Fahrt nach Baska fiel uns wenige km nach Krk eine riesige Bucht auf, die in uns den Wunsch erweckte, diese näher zu erkunden. Gedacht getan. Das in dieser vor Sturm und Wellen geschützten Bucht liegende Punat, ein weiteres Ferienzentrum auf Krk, war deshalb unser nächster Ziel. In der Bucht von Punat finden Boote und Yachten nicht nur Zuflucht, sondern im Ort Punat auch die größte Marina der Adria. Über 800 Liegeplätze zu Wasser und 400 an Land, mit einem Allroundservice für Nautiker, lassen jedes Skipperherz höher schlagen. Umgeben von Kleingärten, Olivenhainen und kleinen Badebuchten, werden dem Urlauber in und um Punat ca. 6000 Übernachtungsmöglichkeiten angeboten, die beiden Autocamps nicht eingerechnet.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir beschlossen einen davon, Kamp Pila, aufzusuchen und wenigstens eine Nacht hier zu bleiben. Die restliche Tageszeit nutzten wir für eine ausgiebige Erkundung des Umfeldes und des Ortes. Inmitten der Bucht liegt die kleine, fotogene, Für größeres Bild bitte klicken!grüne Klosterinsel Kosljun, ein Juwel der Natur und Kultur, zu der man mit einem Taxiboot übersetzen kann.

Die Vorboten für den bevorstehenden Wetterumschwung wurden in der folgenden Nacht durch einen anhaltenden Landregen abgelöst und so beschlossen wir, weiter nach Krk Stadt zu fahren. Für unseren geplanten mehrtägigen Aufenthalt wählten wir das Autocamp Jezevac aus. Obwohl noch einige "Luxusplätze" in der ersten Reihe, unmittelbar an der Küste frei waren, zogen wir es aus Erfahrung vor, mit einem Platz in den hinteren Reihen vorlieb zu nehmen, was sich in den folgenden Tagen als eine kluge Entscheidung herausstellen sollte.

Für größeres Bild bitte klicken!In einer von Kiefernwald umgebenen Bucht liegt die vor 2000 Jahren von den Römern gegründete Inselhauptstadt Krk, das heute ca. 3000 Einw. zählt. Seit dem 4. Jh. Bischofssitz, ist Krk heute Schul-, Kultur-, Handels- und Verwaltungszentrum der Insel. Jede Epoche der Stadtgeschichte ist hier mit Mauern und Türmen, Kirchen und Palästen verewigt. Eine von uns durchgeführte Stadtbesichtigung, die man vom Campingplatz ausgehend zu Fuß bewerkstelligen kann, war uns leider nur mit Schirm möglich, da inzwischen eine Schlechtwetterfront die gesamte Region fest im Griff hatte. Für größeres Bild bitte klicken!Doch wie heißt es so schön, schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur unangemessene Kleidung. Diesem "schlauen Spruch" machten wir uns zu eigen und zogen los. Vom Hafen aus gelangt man durch das alte Stadttor auf den mit weißem Marmor gepflasterten Hauptplatz. Von hier aus beginnen etliche enge Gässchen, die sich wie die Arme eines Oktopus zwischen den Häusern "räkeln". Die breiteste von allen, ist die Einkaufsstrasse Ulica J. J. Strossmayera, in der sich ein schnuckeliger Laden an den anderen reiht und ganz besonders bei diesem Wetter Inges Herz höher schlagen ließ. Aber auch meine Wenigkeit kam auf ihre Kosten, denn "alte Steine", wie Inge immer zu sagen pflegt, gab es für mich in Hülle und Fülle.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt mit eleganten Bögen und Kapitellen wurde im 6. Jh. auf römischen Mosaiken gebaut. Daran lehnt sich die romanische Kirche des hl. Quirinius, geschützt von den Mauern des Frankopanenkastells aus dem 13. Jh., in dessen viereckigem Turm die Frankopanen Gericht hielten.

Wieder zurück am Mobil, es regnete noch immer, staunten wir nicht schlecht, dass am Rahmen der Dachluke über dem Bett ein Wassertropfen hing. Inge "schrie": Nein, nicht schon wieder! Hatten wir doch erst vor zwei Jahren auf der Heimfahrt durch Österreich, von unserer Istrientour kommend, das gleiche Problem. Was also tun, wenn es kübelt und die Nacht vor der Tür steht? Ausziehen bis auf die Badehose, rauf auf´s Dach und als Sofortmaßnahme die Luke mit einer Plastiktischdecke abdecken. Etwas erstaunt schauten unsere Nachbarn schon zu, als mir Inge noch Kindskopf große Steine reichte, um die Tischdecke zu fixieren. Nach getaner Arbeit, voreingeweicht war ich ja bereits, war das Duschen nur noch ein Klacks.

Am nächsten Morgen, der Regen hatte eine kurze Pause eingelegt, wieder rauf auf´s Dach, Steine und Tischdecke entfernen und den kleinen, kaum sichtbaren Spalt mit Tape abdichten und schon ging es mit dem Regen weiter, der, so mein Eindruck, die eingelegte Pause "nacharbeiten" musste.

Nachdem der Regen, den heftigen Wind nicht zu vergessen, keine Anstalten machte nach zu lassen und die Wetterprognose für weitere, mindestens drei Tage, Regen vorhersagte, war unser Entschluss schnell gefasst, die "Zelte" abzubrechen und die Heimreise anzutreten. Weitere Ferienziele wie Malinska und Njivice, die wir bei besserem Wetter noch ins Auge gefasst hatten und auf der Strecke Richtung Festland - sprich Rijeka - liegen, auf zu suchen, würdigten wir keines Blickes mehr.

Kommentare  

+1 #3 RE: Herbsttour 2010 zur Kvarner BuchtGisela 2010-12-19 19:38
Habe mir jetzt auch endlich mal die Zeit genommen, den tollen Reisebericht zu lesen. Darin ist alles so schön bildlich beschrieben, daß man richtig mitfährt. Auf der Insel Krk war ich auch mal mit meinem Mobil.Besonders die Fahrt über die lange Stahlbetonbrück e (vom Festland auf die Insel) war ein Erlebnis, wo einem das Herz aufgeht.
Klasse Bericht!
+1 #2 RE: Herbsttour 2010 zur Kvarner BuchtBuddymobil 2010-12-15 14:10
Hallo Manfred,
schöne Tour. Hätte ich auch mal Lust drauf. Warte schon auf den nächsten Teil.
Gruß Wolfgang
+1 #1 RE: Herbsttour 2010 zur Kvarner Buchtmaxe 2010-12-15 00:16
Hallo Manfred,
vielen Dank für diesen tollen Reisebericht. Wir können es kaum erwarten die Fortsetzung zu lesen, zumal wir auch gerade eine Reise in diese Gegend planen. Wenn die Fortsetzung, und daran habe ich keinen Zweifel, genau so gut wird wie Teil 1, hat sich unsere Planung schon erledigt - wir folgen dann einfach euren Spuren.
Gruß Uschi u. Maxe

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