Bild 01: TestbrückeDer Kühlwasserkreislauf des Fiat Ducato (Baureihe 280/290) kommt im Normalfall ohne die beiden verbauten Kühlerlüfter aus. Nur bei steigender Kühlwassertemperatur, vor allem bei Stau oder Bergauffahrt, schalten sich die Elektrolüfter zu. Gerade bei hochsommerlichen Außentemperaturen ist es dann besonders wichtig, dass die Kühler auch funktionieren, sonst geht schnell die Kühlmittelwarnleuchte im Cockpit an. Hier zeige ich Euch eine einfache Möglichkeit, die Funktion der Lüftermotoren regelmäßig zu testen.
Bild 02: WassertemperaturschalterZunächst möchte ich Euch den Aufbau der Kühlerlüfter erklären. Im Kühler sitzt in Fahrtrichtung links ein zweistufiger Wassertemperaturschalter (Bild 02). Dieser Schalter steuert jeweils die Relais der beiden Lüfter im Handschuhfach an (Bild 03). Über Sicherungen gelangt der Strom dann zu den Lüftermotoren.
Bild 03: SicherungskastenIm Normalfall bekommt man während der Fahrt gar nicht mit, wenn die Lüfter laufen. Nur wenn die Lüfter nicht laufen, steigt die Kühlmitteltemperatur und irgendwann kommt die Kühlmittelwarnleuchte.
Häufige Ausfallursachen sind eine defekte Sicherung, ein kaputtes Relais oder eine schlechte Steckverbindung. Natürlich kann auch der Wassertemperaturschalter defekt sein. Dazu aber später mehr.
Bild 04: Testbrücke gestecktUm den elektrischen Kreis der Lüftermotoren zu prüfen, habe ich mir aus einer 4 mm-Buchse mir Schraubanschluss und zwei 4 mm Rundsteckern eine Testbrücke erstellt (siehe Bild 01). Diese wird nun an Stelle des Temperaturschalters in die Verbindungsleitung zum Kabelbaum gesteckt (Bild 04). Reserverad rausnehmen, dann dauert es 5 Minuten!
Bild 05: LEDs für LüfterlaufSchaltet man nun die Zündung ein und alles ist in Ordnung, dann laufen nun die beiden Lüftermotore. Im Stand merkt man dies am Geräusch und auch an den Vibrationen. Da dies während der Fahrt aber nicht so wahrnehmbar ist, habe ich mit jeweils eine LED parallel zu dem Sicherungsausgang der Lüftermotoren geschaltet. Sie zeigen mir im Cockpit den Lauf der Lüfter an (Bild 05 - zusätzlich sehe ich an dem Voltmeter den Spannungseinbruch). Bild 06 zeigt einen Auszug aus dem Schaltplan mit der Ergänzung des LEDs.
Bild 06: Auszug SchaltplanIch mache diesen Test regelmäßig im Sommer vor Beginn einer größeren Tour. Nicht ohne Grund: So hatte ich früher bauartbedingt noch die „alten“ Torpedosicherungen verbaut und die hatten regelmäßig Kontaktprobleme. Durch Austausch des Sicherungskasten gegen Flachsicherungen konnte dieses Problem gelöst werden. Aber auch ein Relais hatte schon mal gezickt und konnte rechtzeitig gewechselt werden.
Natürlich erfasst man mit der Testbrücke keinen defekten Temperaturschalter, aber hier helfen die LEDs. Erfahrungsgemäß gehen nicht beide Stufen gleichzeitig defekt. Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl, bei welcher Temperatur ein Lüfter einschalten müsste. Erst der Eine, dann der Andere. Kommt nun aber nur der Andere, dann ist die erste Stufe defekt. Habe ich so gehabt. Konnte es aber schnell lokalisieren. Im Notfall kann man auch die Testbrücke, die immer im Fahrzeug liegt, einstecken und somit die Lüfter auf Dauerbetrieb schalten.
Bild 07: TemperatursensorIch weiß, es gibt Leute, die meinen sie sind ganz schlau und bauen sich Fabriken zum Schalten der Lüfter von Hand ein. Dabei schaffen sie sich oft nur noch größere Probleme. Ich komme mit meiner Methode sehr gut zurecht und kann sie nur weiterempfehlen.
Bild 08: WarnschalterZum Schluss noch zwei Hinweise: Der Sensor zur analogen Anzeige der Kühlmitteltemperatur sitzt von vorne am rechten Ende des Motors (Bild 07 - neben dem Gaszug). Der Schalter für die Warnmeldung „Kühlmitteltemperatur zu hoch“ sitzt links hinten am Motor hinter der Zahnriemenabdeckung über der Lichtmaschine (Bild 08). Wenn man seine Leitungsverbindung trennt und gegen Masse hält, muss die Warnlampe im Kombiinstrument angehen.
Hattest Du auch schon mal Probleme mit der Kühlmitteltemperatur oder den Lüftern? Was hältst Du von meiner Testbrücke? Schreib es mir in die Kommentare!



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